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Begegnung im Keller

zum Thema Begegnung

Autor: YodaFan

Mann, waren die Kisten schwer. 
Was hatte er da nur reingepackt? Der Schweiss trat ihm aus allen Poren, lief beissend in die Augen. Es wurde Zeit hier mal wieder aufzuräumen. Im Moment suchte er nur den Koffer. Der musste doch irgendwo hier stehen. Ah, hier... einmal kurz ziehen und ... von oben rutschen zwei Kisten nach und treffen ihn am Kopf. 
Benommen lehnt er sich an die Wand, alles dreht sich um ihn.

"Brauchen Sie Hilfe?" 

Woher kam diese Stimme. Suchend bewegt er den Kopf und sieht verschwommen eine Frau auf sich zukommen. Ist sie jung und hübsch, aber er kann es nicht erkennen. Die Frau zieht ihn aus seinem Keller und schliesst diesen ab. 

"Mitkommen", sie nimmt ihn an die Hand.

Benommen folgt er ihr. Irgendetwas läuft sein Gesicht runter, wahrscheinlich Blut. Er sieht immer noch alles verschwommen. In ihrer Wohnung muss er sich auf ihr Sofa legen, und sie beginnt sein Gesicht zu reinigen. 

"Sie haben Glück gehabt, nur eine Platzwunde und leichte Gehirnerschütterung". 

Sie lächtelt ihn an, oder kommt es ihm nur so vor?

"Ich bin Anke und sie müssen Herr Fidulski sein". 

Er nickt. Woher kennt sie seinen Namen?

"Ich wohne unter Ihnen. Mich hat schon immer interessiert wer um mich herum wohnt, und was die Leute machen". 

Sie musste seinen erstaunten Blick gesehen haben.

"Ich bringe Ihnen was zu trinken".

Sie stand auf. Konnte er wieder klarer sehen, oder war es eine Täuschung? Sie hatte eine schlanke Figur und eine angenehme Stimme. Mit einem Glas Wasser in der Hand kam sie zurück. Er trank langsam und sah sie dabei an.

"Ehe Sie fragen, ich habe mich vor zwei Monaten von meinem Mann getrennt und geniesse mein Singledasein, einschliesslich erotischer Abenteuer". 

Sie zeigte ein strahlendes Lächeln.

"Und ich wäre eines", fragte er lächelnd zurück.

Sie sah ihn nachdenklich an, ehe sie antwortete. 

"Ja, ich wäre nicht abgeneigt, aber kommen Sie erstmal wieder auf die Beine. Wie geht es Ihnen?"

"Schon besser", er grinste schief und nahm ihre Hand, die sie ihm gleich wieder entzog.

"Ich muss in´s Krankenhaus auf Arbeit und Sie jetzt leider hinausbitten", sie lächelte wieder. 
"Gehen Sie bitte."

Er stand auf, und ging zur Tür.

"Sie können mich am Wochenende gerne zum Kaffee einladen, da habe ich frei", munterte sie, hinter ihm stehend, ihn auf und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange.

Er sass auf seinem Sofa und sinnierte. 
'Eine aufregende Frau, ich werde sie einladen', dachte er bei sich.

Dann fiel ihm der Koffer wieder ein, und er machte sich nochmal auf den Weg in den Keller.